„Der Austausch während dieser drei Tage war etwas ganz Besonderes. Diese wundervolle Zeit war eine tolle Erfahrung, in welcher ich direkt das politische System mit Spaß und in Realität erleben durfte.“ So beschreibt Annika Quetting ihre Eindrücke vom diesjährigen Jugendlandtag. Die 17-jährige Schülerin aus Wesseling hatte sich erfolgreich beim CDU-Landtagsabgeordneten Gregor Golland für die Teilnahme an der Veranstaltung beworben, bei der jedes Jahr Jugendliche aus ganz Nordrhein-Westfalen die Plätze der Landtagsabgeordneten einnehmen. Seit dem ersten Jugendlandtag im Jahr 2008 haben mehr als 2.700 Jugendliche teilgenommen. Auch diesmal waren es rund 200 Personen zwischen 16 und 20 Jahren.
Annika Quetting gefiel es besonders, mit vielen anderen jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen und Meinungen auszutauschen. „Ein besonders prägender Moment war meine Rede während der dreistündigen Plenarsitzung, in der wir über die Einrichtung eines dauerhaften Jugendparlaments und das Thema eines kostenfreien Deutschlandtickets für Schülerinnen, Schüler, Studierende und Auszubildende in Nordrhein-Westfalen diskutierten“, berichtet die Schülerin.
Zudem wurde in einer Aktuellen Stunde über „Zunehmende Gewaltkriminalität unter Jugendlichen in NRW – Herausforderungen und Handlungsbedarf“ debattiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich intensiv auf die Plenarsitzung vorbereitet, erhielten in Anhörungen von Fachleuten Hintergrund-Informationen, erarbeiteten in ihren Fraktionen Standpunkte und diskutierten in Ausschüssen.
Als Vertreterin der größten Fraktion im Landtag, der CDU, durfte Annika Quetting während der Plenarsitzung in der Debatte über das dauerhafte Jugendparlament ihre Position darlegen. Das Thema ist der Schülerin keineswegs unbekannt, denn 2020 hat sie den Jugendrat in ihrer Heimatstadt mitgegründet, der heute sehr aktiv ist. „Er hat sich inzwischen zum Sprachrohr der Jugend in Wesseling weiterentwickelt. Ein echter Leuchtturm der Mitbestimmung von Jugendlichen“, erläuterte Quetting in ihrer Rede.
Sie betonte auch, „wie entscheidend es ist, die politische Beteiligung der Jugend zu fördern, insbesondere auf kommunaler Ebene. Dort liegt ein enormes Potenzial, politische Entscheidungen direkt zu erleben und zu beeinflussen. Es ist wichtig, dass Jugendliche verstehen, wie ihre Meinungen und ihr Engagement konkret etwas bewirken können – besonders vor Ort, in ihren eigenen Gemeinden.“ Die Schülerin spricht sich dafür aus, das Recht der Beteiligung von Jugendlichen noch viel mehr zu leben, denn es gebe deutlich zu wenig Jugendräte oder ähnliche Gremien in Nordrhein-Westfalen.
Die beim Jugendlandtag beschlossenen Anträge werden nun von den echten Abgeordneten im Hauptausschuss diskutiert. „Wir werden uns das genau anschauen“, erklärte Gregor Golland. „Ich finde es toll, dass sich Jugendliche wie Annika politisch engagieren. Das vermittele ich auch immer jungen Besuchern im Landtag: Es ist wichtig, frühzeitig für unsere demokratischen Werte einzustehen und sie zu leben. Der Jugendlandtag ist immer eine besonders gute Gelegenheit für politisch interessierte Jugendliche, sich einzubringen und das Engagement zu Hause fortzusetzen.“